Durch Selbstakzeptanz zum Erfolg
Oder: Warum Perfektionismus überbewertet ist
„Wenn ich 5 Kilo abnehme, fühle ich mich endlich wohl.“
„Wenn ich eine Gehaltserhöhung bekomme, werde ich im Job zufrieden sein.“
„Wenn ich die Liebe finde, bin ich endlich glücklich.“
Hast du dir jemals etwas ähnliches gesagt?
Es ist menschlich, positive Gefühle oder Belohnungen mit einem Zustand zu verknüpfen, den wir erst erreichen müssen. Bis dahin glauben wir, dass wir durchhalten, leiden oder einfach weitermachen müssen. Wir streben ständig danach, uns zu perfektionieren.
Aber wo liegt die Grenze zwischen Selbstfürsorge und dem Streben nach ungesundem, unrealistischem Perfektionismus? Jeder positive Schritt kann schädlich werden, wenn wir unsere Intentionen und die Balance aus den Augen verlieren. Das gilt genauso für Selbstverbesserung und persönliche Weiterentwicklung wie für andere Bereiche des Lebens.
Als Menschen sind wir von Natur aus darauf programmiert, uns mit anderen zu vergleichen. Hinzu kommen soziale Medien, in denen wir andere dabei beobachten, wie sie sorgfältig kuratierte Highlights ihres perfekten Lebens teilen, und die Falle des ständigen Vergleichs wird noch schwieriger zu umgehen. Diesen idealisierten Versionen anderer ständig ausgesetzt zu sein nährt unsere innere Annahme von einem unerreichbaren 'perfekten Selbst.' Es ist leicht, zu vergessen, dass soziale Medien nicht in der Realität verwurzelt sind. Wir legen Filter nicht nur über die Bilder, die wir teilen, sondern auch über unser Leben und wie wir dieses präsentieren.
Aber was passiert, wenn wir das vergessen und jedes Posting als Spiegelbild eines echten Lebens wahrnehmen?
Wir sind von unrealistischen Erwartungen umgeben. Wir vergleichen uns zudem nicht nur mit anderen, sondern auch mit unserem “perfekten Selbst”.
Das perfekte Selbst ist eine idealisierte Version von dir: jemand, der Ziele mühelos erreicht, besser aussieht (auf jede erdenkliche Weise) und stets alles im Griff hat.
Die Lücke zwischen diesem Ideal und deiner Realität kann das Gefühl von Unzulänglichkeit, Frustration und Unzufriedenheit hervorrufen. Sie hindert dich daran, deine Fortschritte zu feiern oder kleine Erfolge zu würdigen. Egal wie sehr du wächst, lernst oder dich weiterentwickelst, es gibt immer mehr zu erreichen.
Wenn das Ziel darin besteht, dein perfektes Selbst zu werden, hast du den Wettlauf vielleicht bereits verloren.
Wenn ich an die Menschen denke, die ich am meisten schätze, dann ist es nicht ihre Perfektion, die heraussticht. Es sind ihre Eigenheiten und einzigartigen Merkmale. Warum erwarten wir das also von uns selbst?
Zu akzeptieren, wer du wirklich bist, mit all deinen Stärken und Schwächen, ermöglicht es dir, authentisch zu leben. Es ist die Grundlage für den Aufbau echter Beziehungen und ein erfülltes Leben. Es ist anstrengend, unrealistischen Standards hinterherzujagen. Sich selbst zu akzeptieren und anzunehmen erinnert dich daran, dass dein Wert nicht davon abhängt, ob du willkürliche Ziele erreichst. Das Loslassen des Perfektionismus nimmt den Druck zu performen und die Angst vor dem Scheitern, wodurch du dich auf das konzentrieren kannst, was wirklich zählt.
Es ist so: Nur wenn du dich selbst akzeptierst, kannst du wahre Zufriedenheit finden und eine Grundlage für Wachstum schaffen.
Wenn wir aufhören, nach unmöglichen Idealen zu streben, schaffen wir Raum für das, was wirklich zählt: unsere Leidenschaften, Beziehungen und persönliche Weiterentwicklung. Diese Veränderung ermöglicht es uns, mit Selbstliebe und nicht Selbstkritik an Zielen zu arbeiten, die nachhaltig und bedeutungsvoll sind.
Das Annehmen unseres gesamten Selbst – einschließlich der Schwächen – fördert Dankbarkeit und Freude. Wenn wir aufhören, nach „perfekt“ zu streben, können wir schließlich die Vielfalt des Lebens in seiner Fülle schätzen.
Selbstakzeptanz ist nicht eine simple Entscheidung dafür oder dagegen. Es erfordert Anstrengung, Veränderung und Anpassung alter Gewohnheiten und Durchhaltevermögen. Aber wenn du dich für dein wahres Selbst öffnest, öffnest du auch die Tür zu so viel mehr.